Diese Web Site beschäftigt sich mit den Methoden und Grundlagen der Meditation und verwandter Trancetechniken. Obwohl die meisten Meditationssysteme auf einem religiösen Hintergrund beruhen, können auch Atheisten, Agnostiker, Materialisten und andere Freigeister erfolgreich meditieren, ohne sich dadurch in Schwärmerei zu verlieren. Manche halten die Meditation zwar für eine Spielart der Esoterik, aber in Wirklichkeit ist sie eine uralte geistige Disziplin, die keine Ideologie, Philosophie oder Religion voraussetzt. Ideologien, Philosophien und Religionen sind jedoch geistige Hüllen, ohne die der Meditierende nackt dasteht und schutzlos.
Nach fast vierzig
Jahren der
Übung bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass alle
geistigen
Bindungen einschließlich religiöser, keine Hilfe,
sondern
eher ein Hindernis auf dem Weg der Medition darstellen. Zum
Glück
geht jeder echte Fortschritt auf diesem Weg mit einer
Schwächung
des Bedürfnisses nach solchen Bindungen einher. Zudem verliert
man
mit der Zeit den Wunsch, und, noch besser, die
Fähigkeit,
seinen Guru zu verehren und zu lieben. Vielleicht sind diese
Entwicklungen aber auch keine Folge des Meditierens, sondern des
Alterns. Wer weiß!
Das Ziel ist nicht nebelhaft, sondern eindeutig bestimmt, mit der Präzision des Unaussprechlichen.
Ein junger Mann verzehrte sich vor Sehnsucht nach Erleuchtung. Lange suchte er einen Meister, der in führen könne. Als er endlich den besten für sich gewonnen hatte, bat er ihn um eine Übung, die ihn mit Sicherheit noch in diesem Leben ins Nirwana führe. Der Meister überlegte eine Weile und sprach dann: "Geh dort in diese Hütte und komm nicht eher heraus, bis du dich meditierend in einen Ochsen verwandelt hast." Der Schüler tat, wie ihm geheißen. Hin und wieder trat der Meister vor die Hütte und fragte, ob sich der junge Mann in einen Ochsen verwandelt habe, was dieser stets verneinen musste. Und so wurde die Hütte zu seiner Behausung. Endlich, nach vierzig Jahren fragte einer der Nachfolger des Meisters: "Hast du dich in einen Ochsen verwandelt?" "Ja", antwortete der Erleuchtete, "aber ich kann nicht herauskommen, meine Hörner sind zu groß für die Tür!"
Der Glaube ist eine Leiter, um dem Himmelreich näher zu kommen. Doch wenn wir dann, auf der obersten Sprosse, den Mut besitzen, die Leiter umzustoßen, werden wir feststellen, dass wir immer noch fest auf dem Boden stehen. Und das ist gut so.